Chemiestunde

Willkommen zum monatlichen Alibi-Beitrag 😀

Heute mal ein wenig Bildung direkt „aus dem Leben“. Zumindest aus meinem…

Wenn der Kaffee langsam komisch schmeckt, sollte man sich – grade wenn man in für Kalkhaltiges Wasser bekannten Gegenden wohnt – durchaus mal mit der Heizwendel des Wassererhitzungsgeräts beschäftigen.
Und wenn man dann zu allem Überfluss auch noch Essigmangel hat, sieht man sich nach Alternativen um: zum Beispiel der Citronensäure. Selbige hat 2 Vorteile: sie bindet den Kalk besser und man findet sie in Form von Fläschchen und als weißes Pulver überall, zu meiner ÜberraschungZufriedenheit auch hier im Haushalt.

Also: Wasser rein, Säure lösen und ein wenig erwärmen.
Und, neugierig wie man so ist, den Ablagerungen beim Auflösen zusehen. Sieht schon toll aus, wenn da so ein paar Stellen brodeln und wenig später wieder die Verchromung rausguckt. Und… es riecht seltsam. Nicht sauer oder eben „zitronig“. Sondern nach Chlor. Wo kommt das jetzt her? Normalerweise ist da ja keins beteiligt, außer vielleicht dem, was die Wasserwerke so an Desinfektionsmittel reinhauen.
Auch die allwissende Müllhalde (Nach meiner Definition ist das Wikipedia, nicht Google) bestätigt das: da ist eigentlich nichts, was nach Chlor riechen könnte, und eigentlich auch nichts, was instabil genug wäre das Chlor aus dem Wasser zu ziehen.
Nächster Versuch: wir fragen einen Innocent BystanderExperten, wo dann die Ursachen liegen. Ganz einfach eigentlich:

Narses: Das liegt an der Jahreszeit und dem PH-Wert. 😉 Übrigens bezeichnet man mit „Chlor-Geruch“ übrigens üblicherweise Chloramine.
Narses: Da aktuell mehr bakterielle Verunreinigung im Wasser ist, tun die Wasserwerke häufig Desinfektionszusätze rein, und die reagieren dann mit den Ammoniak-Verbindungen (Verunreinigungen) leider auch zu Cloraminen – die man als Mensch sehr sehr gut riechen kann.
Narses: gut = in extrem geringer Verdünnung

Aha!

Irgendwann ist das chlorige dann auch verflogen und geht nahtlos in abgestandenen Staub über, der im Herbst auf der zum ersten mal wieder angeschalteten Heizung wegbrutzelt. Wtf?
Wiederholung des Versuchs war dagegen wenig konklusiv: ohne Kalk riecht das ganze eher seltsam, ich würde sagen eine Mischung aus Kochsalzlösung und Brühwürfel.

Schon toll, über was man sich so alles den Kopf zerbrechen kann.

One thought on “Chemiestunde

  1. Der blog ist ja was fürs alltägliche Leben 🙂
    wenn ich nicht eh schon 25h Chemie in der Woche hätte würd ich dich als Lehrer engagieren.

    mfg Florian

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